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18.07.2003 (Freitag) 11.45 Uhr Bahnhof Weilheim:
Unter dem offiziellen Projekt 'Post SV Tischtennissparten-Ausflug nach Salzburg' treffen sich folgende 7 Tischtennisspieler
des Post SV Weilheim: Horst, Jürgen, Thomas, Wolfgang, Arnold, Günter und Stefan.
Inoffizielles Ziel dieses Ausflugs: 'Österreicher als TT-Weltranglistenerster - Nein danke! Der Titel muß wieder nach
Deutschland zurück!' Durch Präsentieren der Spielstärke einer deutschen 2-te-Kreisliga-Mannschaft
sollte eine sportliche Unsicherheit ausgehend von der Grenzstadt Salzburg über Österreich hinwegziehen, in deren Sog
der Österreicher Schlager den erst kürzlich errungenen 1-ten Weltrangliste-Platz wieder an den Deutschen Boll
verlieren sollte. Damit man an unserer Taschenausstattung nicht sofort erkennen kann,daß unser Zielort im 'fernen' Ausland
liegt, kam unser Horst wie üblich zur Tarnung mit seiner kleinen barocken Tasche an (in der zwar die sicherlich die
nötigsten Schmink-Utensilien, aber wenigstens nicht die in Lindau benutzte steinzeitliche Regenjacke Platz fanden).

13.15 Uhr Hauptbahnhof: Das hat man nun davon, wenn man sich auf die Bahn verlässt: Wir müssen zu unserem
Verbindungszug sprinten. Aber zum Glück sind wir ja Sportler ! Einen Börsengang der Bahn werden wir aber nach dem
2-ten Debakel nach unserem Regensburg-Ausflug nicht mitfinanzieren. Spezielles Arnold-Problem: Der Zug war übervoll und
somit war es sehr eng und auch nicht geräumiger als auf dem Rücksitz eines durchschnittlichen PKW. Er bewies aber
Anpassungsfähigkeit und fuhr mit uns mit.

13.45 Uhr Ostbahnhof München: Die Gruppe wird durch Thormann Bernd verstärkt. Für unsere Aufgabe hervorragend geeignet.
Ein Spezialist im Verbreiten von Unsicherheit. Schließlich konnte er ohne großes Training schon mal unser TT-Vereinsmeister
werden und baut in seiner beruflichen Verkehrsspezialisten-Tätigkeit schon mal an einem Bahnübergang ein Martins-Kreuz auf.

15.45 Uhr: Zielort ist erreicht. Bei 35 Grad im Schatten schleppen wir uns in unser Hotel.
Nach einer Führung unter Leitung unseres Hobby-Reiseleiters Jürgen vorbei am Geburtshaus Mozarts und durch den
Garten des Barockschloßes Mirabell (Bild), begeben wir uns zum Abendessen incl. Lagebesprechung ins Restaurant
'Zum wilden Affen'. Hier wurden dann auch schon die ersten Dutzend Bilder durch unsere 3 Digitalkameras verschossen.

19.30 Uhr: Wir suchen die Kneipe Stieglkeller. Da Arnold unbedingt diese historische Kneipe mit Biergarten besuchen will,
irren wir ca. 1 Stunde durch die verwinkelte Salzburger Innenstadt, um uns dann schließlich in einem ungemütlichen
Biergarten mit Selbstbedienung niederzulassen. Aber Horst gefiel dieser Biergarten zwischen den Häusern ganz gut. Vorallem
die Glaskupel über dem Biergarten, die aber ansonsten keiner sah. Dem Argument 'Ich konnte keine Flugzeuge hören'
konnten wir nur ein einfaches 'Es flog ja auch keins' entgegenhalten. Horst lies sich aber nicht überzeugen.

Ca. 23 Uhr: Wie gewöhnlich spaltet sich die Alt-Herren-Riege ab, da man dem Ruf des Sandmännchens im Alter scheinbar wieder
Folge leistet. Die 'Jungen' (relativ bei einem Durchschnittsalter im 30-er-Bereich, aber immerhin wurde der Durschnitt durch
Horst's Abgang schon um 15-20 Jahre gesenkt) ziehen weiter. Man landet schließlich in
einer netten Kneipe in geselliger Runde (100 Leute auf 20 qm) und besteht die ersten sportlichen Leistungen in der
Disziplin 'Marathon-Hüftbewegung'. Wolfgang sorgt dafür, daß der Hit 'Ab in den Süden' auch erstmals in Deutschland
zu hören ist und seinen Siegeszug in den dt. Musikcharts beginnen kann. Ex-Vereinsmeister und Rückwarts-Antänzer Bernd
wird erkannt und muß ein 'Autogramm' schreiben. Ausflugsneuling Stefan erscheint noch ein wenig überfordert zu sein.
Er verhält sich deshalb ruhig und beobachtet alles aus seiner Ecke. Dabei kann er an der Tischtennisplatte bei 'guten'
Punkten doch mal emotional ausbrechen wie ein Vulkan.

Zwischen 3 und 5 Uhr: Ein wie immer äußerst erfolgreicher, spaßiger Abend ist zu Ende. Jetzt geht es daran, den 5-Stunden-
Schlafvorsprung der 'Alten' einzuholen.

19.07.2003 (Samstag) zwischen 8 und 10 Uhr: Beim Frühstück gesellen sich ein paar neue Gesichter hinzu. Bei genauerem
Hinsehen entpuppen sich aber alle als zu unserer Gruppe Gehörige.

Ab 10 Uhr: Jeder kann wieder verständlich sprechen. Und schon geht es auf zum absoluten sportlichen Highlight
des Ausflugs: Eine knüppelharte Bergtour. Zur Burg Hohensalzburg. Ca. 100 Höhenmeter ! Und das zu Fuß !!! Nur was für
konditionelle Ausnahmekönner. Das ganzjährige harte Training macht sich nun endlich bezahlt. Nach Einnahme der Burg, merkt
man aber doch, daß dem ein oder anderen die ungewohnte Höhenluft zu schaffen macht. Anders läßt es sich z.B. nicht
erklären, warum Horst ca. 1 Stunde mit einer leeren Calippo-Eistüte in der hinteren Hosentasche in dieser Region
umherwandert. Mit der Zeit gesellen sich noch ein paar Strohhalme hinzu.

Ca. 14 Uhr: Wir sind wieder heil am Fuße des Berges angekommen. Die reigiösen Fanatiker unter uns schauen sich jetzt
noch im Salzburger Dom um. Fotos werden auch dort geschossen. Diese dienen später als Nachweis für einen Kulturausflug.
Schließlich will man ja, daß die daheimgebliebenen besseren Hälften einen auch nächstes Jahr wieder beruhigt beim
Tischtennis-Kulturtrip teilnehmen lassen.

Zwischen 14.30 - 18.00 Uhr: Die Gruppe trennt sich. Jeder ist jetzt auf sich allein gestellt. Bernd muß zum Eingangsschalter
des Residenz-Museums. Er hat wohl das Autogramm falsch geschrieben.

18 Uhr: Man trifft sich wieder zum Abendessen. In Gesellschaft von ein paar gierigen Spatzen und lästigen
Bienen läßt man es sich gutgehen.

Ab 19.30 Uhr: Wir nähern uns wieder der Innenstadt. Aus der Ferne ertönen schnelle, dumpfe Töne. Haben die wenigen Historiker
, die behaupten, die Österreicher stammen von den Indianern ab, etwa doch recht ? Befinden sie sich auf dem Kriegspfad ?
Wir sind nicht mehr weit vom Zentrum entfernt. Man hat nun langsam eher den Eindruck, als wenn hier der Fasching im Sommer
wäre: Merkwürdige Gestalten ziehen umher. Es werden immer mehr. Mittlerweile fallen wir garnicht mehr auf.
Wir brauchen unsere Beine nicht mehr zu bewegen: Der bebende Boden trägt uns weiter ! Der Puls ist nicht mehr zu messen,
denn das Herz pocht im gleichen Rhythmus wie die komplette Umgebung mit 150 Schlägen pro Minute. Wir haben Angst um die
Gesundheit unsere 'Alten' Horst und Arnold ! Gänsehaut ! Wir sind im Zentrum !! Mit versteinertem Gesichtausdruck stellen wir
fest: Wir sind auf einer großen Rave-Veranstaltung im Zentrum Salzburgs !! Arnold und Horst geht es schnell wieder besser:
Sie haben die leichtbekleideten Tänzerinnen auf der Hauptbühne entdeckt. Nachdem wir die Vorgänge ca. 1 Stunde staunend
betrachtet haben (So hat man sich vor 30 Jahren wohl die Landung Außerirdischer vorgestellt) begeben wir uns auf die
andere Seite der Salzach. In stillerer Umgebung lassen wir es uns im Biergarten gut gehen.

22.59 Uhr und 57 Sekunden: Fast pünktlich klingelt die innere Uhr unserer 'Alten': Abgang.
Der Rest begibt sich nun auf Wanderschaft stadtauswärts, um eine passende Lokalität zu finden, denn die meisten Bistros
waren jetzt doch in Hand von jüngeren Rave-Gestalten, die in einer Geisterbahn auf dem Oktoberfest kein besonderes
Aufsehen erregt hätten. Innerhalb der nächsten Stunde vergeblicher Suche wird die Gruppe tröpfchenweise immer kleiner.
Es schlägt die Stunde der Abendessen-Spezi-Trinker Wolfgang und Bernd. Diese sind immer noch fit und begeben sich mit
stolz geschwellter Brust nochmal unters junge Volk.

20.07.2003 (Sonntag): Abreisetag. Aber auch das hindert uns nicht, uns nochmal sportlich zu betätigen, und wir begeben
uns auf eine kleine Tour auf den nahe gelegenen Kapuzinerberg.
Die ungewohnten Strapazen des Wochenendes und das heiße Wetter machten sich jetzt doch bei Youngster Stefan
bemerkbar: Er behauptete, er wäre Heidi Klum und posierte für ein Foto-Shooting.

13 Uhr: Nach dem 'Wunder von Bern' nun das 'Wunder von Salzburg': Die Bahn fährt pünktlich ab. Jetzt ist die Zeit
fürs Schafkopf-Zocken gekommen.

Ca. 16 Uhr. Wir sind daheim.

Fazit: Wir haben zwar unseren Auftrag vollkommen aus den Augen verloren. Aber irgendwie hatte unser Besuch wohl doch
seine Auswirkungen: Kurze Zeit später war der Österreicher Schlager nicht mehr Tischtennis-Weltranglistenerster.
Wir sind stolz ! Jetzt ist allerdings wieder ein Chinese an dessen Stelle. Aber nicht mehr lange: Peking, wir kommen !!

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Zuletzt bearbeitet: 12 May, 2011, 11:43:49