Freitag, der 28.9.2007, mittags in Weilheim: 8 Hochleistungssportler der PSV-Abteilung Tischtennis finden sich im Weilheimer Bahnhof ein: Kurt, Thomas, Horst, Wolfgang, Jürgen, Arnold, Günter, Jochen. Es ist mal wieder so weit. Weiterhin guter Zufluss in unserer Mannschaftskasse aufgrund verlorener Punktspiele ermöglicht es uns wie jedes Jahr ein weiteres Ausflugsziel mit ‚gesponserten Geldern’ in die Liste ‚Post SV Tischtennis on tour’ aufzunehmen: Ulm.
Zug-Hinfahrt: Same procedure as every year: Auch dicke Kuller-Tränen Wolfgangs halten uns nicht zurück: Beim Schafkopfen wird ihm mal wieder das Fell über beide Ohren gezogen. Darüber tröstet er sich nun schon seit Jahren mit dem Hinweis ‚Dafür war ich mal als einziger in der PSV-Tischtennis-Geschichte B-Klassen-Spieler’ hinweg. Für uns zählt nur: Wir haben sein Geld ! Und zwar jetzt, in der Gegenwart. Obwohl das eigentlich auch nicht stimmt, denn nur der Schuldenzettel wird größer.
In Ulm beziehen wir unser Hotel, das zentral am Münster gelegen ist. Wie immer stehen jedem Pärchen gefühlte 8 qm zur Verfügung (incl. Bett). Luxus pur ! Das 130-Jahre-Pärchen Kurt und Horst dürfen ein Zimmer im untersten Geschoss beziehen. Der Rest zieht weiter oben ein. Und da sage man noch, dass die ‚Jungen’ keine Rücksicht mehr auf die ‚Alten’ nehmen.
Nach einem erstem Rundgang in Ulm, bei dem uns vorallem das Nebeneinander von architektonischer Moderne und Historie auffällt, begeben wir uns im Fischer- und Gerberviertel in ein Restaurant. Nach ca. 20 Minuten wird Wolfgang als Erstem so richtig bewusst, dass wir in Baden-Württemberg und nicht mehr in Bayern sind: Es gibt an keinem Tisch einen Aschenbecher. Für Wolfgang ein erster Vorgeschmack auf das später auch in Bayern eingeführte Gaststätten-Rauchverbot. In Neu-Ulm (Bayern) auf der anderen Seite der Donau wär’s noch erlaubt gewesen.
Gesättigt begeben wir uns zurück ins Hotel, um unsere Abendgarderobe anzulegen. Bevor wir aber dort ankamen, übermannte Horst aber doch nochmal ein kleiner Nach-Hunger und in unnachahmlicher Becker-Manier ergatterte er sich noch eine Breze bei einer eigentlich schon geschlossenen Bäckerei. Nach endlosem Jammern und Klopfen gegen die Scheibe wurde ihm diese Nachspeise kostenlos durch die nur eine Handbreit geöffnete Tür gereicht. Und sein Gesicht erinnerte jeden von uns an Weihnachten vor vielen vielen Jahren, als wir freudestrahlend unsere Geschenke öffneten. Glückseligkeit pur.
Gedressed und gestylt (oder anders gesagt: Evtl. Jacke ausgetauscht) stürzen wir uns nun voller Vorfreude in den ersten Abend, denn aus der Vergangenheit wissen wir: Der erste Abend ist immer der beste. Und der Abend war wohl sicher einer der absoluten Highlights aller Ausflüge !
Im ersten Pub (blieb allerdings auch das einzige) feierte man sich langsam, aber stetig nach oben, so als ob man eine Liga-Aufstieg zu feiern hätte. In Erinnerung blieben auf alle Fälle kleine Details wie z.B.
- ein Jochen, der es sich nicht nehmen lässt, so gut wie alles zu bezahlen, obwohl die Runden von anderen bestellt wurden.
- ein Horst, dem man ohne Probleme ein Pilsglas, das so gut wie leer war, gegen eines tauschen konnte, das so gut wie voll war. Da spendiert, nimmt man solche Kleinigkeiten scheinbar gar nicht mehr wahr. Eine Fortführung wäre sicherlich möglich gewesen.
- ein Wolfgang, der lautstark zu AC/DC-Musik sang. Wie eine Ton-Mitschnitt einer mitgeführten Digi-Cam aber zeigte, passte nur die Textpassage ‚Highway to hell’ zum eigentlich gesungenen Liedgut.
- ein Jochen, der vollkommen unaufdringlich Wolfgang zum 2-er-Tanz ermuntert (man erinnere sich: Das war ein Pub, keine Disco). Na ja, Tanz war wohl nicht der richtige Begriff.
‚Unkoordiniertes Umherbewegen menschlicher Körpergliedmaßen’ traf es wohl eher. Manch einer fragt sich da, warum eine solche Bewegungsfreude nicht auch an der Tischtennisplatte an den Tag gelegt wird !
Und in dieser überschwänglichen Feierlaune lies die alte Fraktion in Form von Horst, Jochen und Arnold eine Riesen-Überraschung los: Sie gingen anschliessend noch mit in eine Disco !! Lag das etwa an dem Gerücht, dass wir in eine Table-Dance-Bar gehen würden ? Wenn ja, dann fällt das unter die Kategorie ‚Reingelegt’.
Auf dem Hinweg zeigte Jochen mal, was in Bayern passiert, wenn man in einem Schnellimbiss an einem Tisch an der Fensterseite schläft. Da wird man schon mal durch dezentes Klopfen an die Fensterscheibe aufgeweckt J
Und Jürgen trieb uns mit einem außerordentlich vorgetragenen Wort-Witz vor lauter Lachen Tränen in die Augen. Ist hier der etwa der Comedian-Szene ein Talent durch die Lappen gegangen ? Unvergesslich.
In der Disco angekommen, stellte sich die Frage, ob aufgrund unserer Alten-Fraktion das Durchschnittsalter hier schon jemals so hoch war ? Und es waren beileibe nicht nur Junge da! Lange hielten es Horst und Jochen allerdings nicht aus. Nach einem Bier waren sie jedenfalls verschwunden. Da ist Arnold schon ein härterer Knochen. Der blieb fast bis zum Ende mit dabei. Dann machte er sich aber doch noch vor dem Rest auf den Heimweg. Zu Fuß, allein, nachts, nach so einem Abend in einer fremden Stadt, in der der Hinweg zur Disco für die Gruppe schon ein kleines Orientierungsproblem war: Da kann es schon passieren, dass man an ein und demselben Schild nach einem Weilchen nochmal vorbeikommt ! Hätte er mal besser ein Taxi genommen wie später die restlichen 4. Aber bis jetzt ist noch jeder mehr oder weniger Verschollene wieder aufgetaucht, wie sich in der Vergangenheit auch schon in Passau, Bruneck und Zillertal gezeigt hat.
Am nächsten (nein, am gleichen) Tag fanden sich aber dann doch alle zum Frühstück ein. Teils fühlte man sich an die Zeiten des Stimmbruchs errinnert, teils fühlte man sich wie Graf Dracula, der das Tages-Licht scheute (hat der jede Nacht gefeiert ?).
Nach dem Frühstück dann Standard-Samstag: Stadtführung (Münster, Rathaus, Fischer/Gerberviertel, Donau…), danach macht jeder, was er will, sei es, Schlaf nachholen, Kaffee-Trinken, Sonne geniessen ….
Um 15.30 Uhr heißt es dann: Bayern München spielt in Leverkusen, d.h. es wird in einem Lokal Premiere geschaut und ein Sieg bejubelt.
Danach wieder Standard-Samstag: Abendessen und lockeres Restprogramm wie z.B. Billard-Spielen…
Am Sonntag wird die Heimreise dann erstmals in zwei getrennten Gruppen durchgeführt. Was ist passiert ? Etwa ein Streit ? Nein. Tatsache ist, dass beim Hotel-Abonnement ein Gutschein für ein Erlebnisbad enthalten war. Und jeder, der meinte, er könne seinen Körper in der Öffentlichkeit auch nur mit Badehose bekleidet zeigen, löste diesen Gutschein ein.
Wichtig an der Aufteilung war nur, dass für die Rückfahrt wieder ein Schafkopf mit Wolfgang zustande kam und der Ausflug in gewohnter Manier unter Tränen und Jammern zu Ende ging. Ein Ausflug, der sicherlich jedem in guter Erinnerung blieb: Er war erlebnisreich, lustig, unvergesslich...
Und, oh Freude, es steht ja schon bald der Ausflug 2008 bevor !
Zuletzt bearbeitet: 12 May, 2011, 11:43:49